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«Reisebericht der Reise vom 01. Bis 18. Juli 2012 Äthiopien im Juli 2012 Im Juli beginnt in Äthiopien die Regenzeit. Für unsere Projekte heisst ...»

Stiftung Green Ethiopia

Gemeinnützige Stiftung für Umwelt und Entwicklung in Äthiopien

Reisebericht

der Reise vom 01. Bis 18. Juli 2012

Äthiopien im Juli 2012

Im Juli beginnt in Äthiopien die Regenzeit.

Für unsere Projekte heisst das, dass jetzt die

seit vergangenem Herbst in den

Baumschulen produzierten Baumsetzlinge

ausgepflanzt werden können. Gepflanzt werden kann, wenn die Erde durch Regenfälle einigermassen gesättigt

ist.

Meine Reise hatte primär das Ziel, möglichst viele solcher Aufforstungen zu besuchen um mich zu vergewissern, dass die produzierten Setzlinge gepflanzt werden und auch um die Aufforstungsgebiete kennen zu lernen. An den geplanten Orten konnte ich an Aufforstungen teilnehmen und nur in einem Ausnahmefall regnete es am Aufforstungstag dermassen stark, dass es nicht möglich war, ins Gebiet zu gelangen, weder zu Fuss, geschweige dann noch mit einem Fahrzeug. Generell hat die Regenzeit in den meisten Gebieten gut begonnen, an einigen Orten nach 10 Monaten ohne Regenfall.

Zusammenfassung Mit grosser Genugtuung darf ich feststellen, dass die Aufforstungen planmässig (Verträgen entsprechend) erfolgen, ja teilweise werden gar mehr Setzlinge gepflanzt, als vereinbart. Besonders beeindruckend ist auch die Vorarbeit, welche für Aufforstungen geleistet werden muss. Es genügt in Äthiopien nicht, Pflanzlöcher zu graben und Baumsetzlinge zu pflanzen. Bevor dies gemacht werden kann; müssen an den Berghängen Terrassierungen, Wassergräben und Wasserauffangbecken ausgegraben werden, um die Neupflanzung vor Abschwemmungen zu schützen.

Zudem sind unsere Aufforstungsgebiete geschützte Regionen, d.h. entweder wird vertraglich mit Bauerngenossenschaften vereinbart, dass kein Viehtrieb erfolgt. Zudem werden in den meisten Gebieten Wächter eingesetzt, welche die Aufforstungsgebiete ab Pflanzung während 5 Jahren schützen. Dieser Schutz hält Kühe, Ziegen und Schafe von den Wäldern fern, gegen Wildtiere ist der Schutz schwieriger. So haben wir in einigen Gebieten gewisse Schäden, verursacht durch Hyänen, Affen und teilweise Gazellen, welche dank der heranwachsenden Wälder neuen Lebensraum finden. Doch diese Schäden sind unbedeutend. Im Gegenteil, die Entwicklung einer neuen Artenvielfalt mit Tieren und Pflanzen erfüllt mich immer wieder mit grosser Freude.

Da Bilder oft mehr aussagen als Worte, konzentriere ich mich in diesem Bericht auf eine kommentierte Bildreportage. Fotos, die auf eindrückliche Weise das dokumentieren, was ich in den vergangen 2 Wochen erleben durfte.

Hier mein Bericht:

Dara Woreda, Sidamo, 450 km südlich von Addis Ababa In diesem Bezirk haben wir einen Aufforstungsvertrag für die Jahre 2012-2014. Die diesjährige Aufforstung war noch nicht Bestandteil unseres Vertrages, man führte mich jedoch in das riesige Aufforstungsgebiet und ich erlebte gerade, wie Bauern am aufforsten waren. Wegen Regenfällen in der Nacht zuvor konnte ich die Baumschule nicht besuchen, aber an einer Aufforstungsaktion teilnehmen. Besonders erfreulich hier war, dass das Gebiet schon seit einem Jahr geschützt ist und sich bereits eine gewisse Vegetation entwickelt hat.

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Sire Woreda, Oromia Region, ca 140 km südöstlich von Addis Abba Aufforstung 2012 : 100'000 Setzlinge, Vertrag« Lode Lemafo »

Aufforstung 2012 : 250’00 Setzlinge, Vertrag « Amola Tebo »

In diesem Gebiet arbeiten wir schon seit 2009 und wir haben noch Verträge bis 2015. Da eine Zufahrt zum Aufforstungsgebiet wegen Regens zuvor nicht möglich war, war ein langer Fussmarsch nötig. Und weil sich in diesem Gebiet schon verschiedenste Wildtiere angesiedelt haben, begleiteten mich die Wächter des Aufforstungsgebietes. Für diesen Tag war keine Pflanzaktion geplant, so konnte ich lediglich die Vorbereitungen sehen. Besonders beeindruckend für mich war, dass die ersten Aufforstungsgebiete schon annähernd einem Naturpark gleichen.

Langer Fussmarsch zum Aufforstungsgebiet Vorbereitete Pflanzlöcher auf einer Hügelterrasse Gräben und Terassen gebaut

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Dukem, Akaki Woreda, ca. 60 km südlich von Addis Ababa Pflanzung 2012 : 200'000 Setzlinge, Vertrag« Dengego-Bilbilo »

In diesem Gebiet kann noch nicht aufgeforstet werden, weil es zu wenig geregnet hat. So besuchte ich die Pflanzschule und sah die Vorbereitungen für Transport und spätere Auspflanzung.

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Gimbichu, Chefe Donse Woreda, Oromia Gebiet, 90 km südöstlich von Addis Ababa Pflanzung 2012 : 250'000 Setzlinge in « Habru Miti + Adadi Gole) Pflanzung 2012 : 200'000 Setzlinge in « Girma »

Auch in Gimbichu arbeiten wir bereits seit vier Jahren. Ich hatte Gelegenheit, in 2 Gebieten an Aufforstungen teilzunehmen.

Habru Miti Gebiet :

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Gulamakeda Woreda, Tigray, 1’000 km nördlich von Addis Ababa Pflanzung 2012 : 125'000 Setzlinge, Vertrag 2012 Mit diesem Bezirk haben wir einen neuen 3-Jahres Vertrag abgeschlossen, mit dem Ziel, den Berg auf welchem das berühmte Kloster „Debre Damo“ steht, aufzuforsten. Wie üblich beginnen die Aufforstungen oben am Berg und werden dann in den Folgejahren bergabwärts fortgesetzt. Dieser Aufforstungstag war für mich besonders beeindruckend. Zuerst wurden die Pflanzen per Last- oder Lieferwagen, dann mit Eseln und nachher durch Menschen in die Aufforstungsgebiete transportiert. Unvorstellbar, ja unglaublich, was diese Menschen leisten. Ich bewundere diese Frauen, Jugendliche und teilweise auch Männer welche je 20 Pflanzen auf Schulter oder Kopf in diesem über 2‘000 m.ü.M. gelegenen Gebiet hochtragen. Für ein Gebiet betrug die Höhendifferenz für den manuellen Transport rund 700 Meter !!!. An diesem Tag verfolgte ich die Arbeit vom Verlad in der Baumschule bis zur Pflanzung. Bei der Betrachtung der Bilder ist zu berücksichtigen, dass v.a. die Frauen sehr scheu sind und teilweise nicht fotografiert werden wollen. Das gilt es selbstverständlich mit viel Achtung zu respektieren.





Gut entwickelte Pflanzen in der Baumschule Letzte Arbeiten in der Baumschule Verlad auf pic-up-Transporter Transport mit Lieferwagen so weit möglich Nachher Transport mit Eseln Pflanzensetzlinge während Transport

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Ein unvergesslicher Tag !

Ich wiederhole mich: es ist unglaublich, was diese Menschen leisten. Ich zolle ihnen grossen Respekt und Dankbarkeit.

Adwa Woreda, Region Tigray, rund 1000 km nördlich von Addis Abeba, 20 km. östlich von Axum Pflanzung 2012 : 1'650’000 Setzlinge Vertrag « Midmar »

Pflanzung 2012 : 244 000 Setzlinge Vertrag« Debre Genet Nursery »

Pflanzung 2012 : 500'000 Setzlinge Vertrag « Geneva »

Dies ist eines unserer Hauptaufforstungsgebiete im Tigray seit 2001. Jetzt hatte ich die Gelegenheit, an Aufforstungsvorbereitungen sowie an Pflanzaktionen teilzunehmen.

Lakia Gebiet

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Selam Gebiet Der grosse, langgestreckte Berg « Selam » ist teilweise mit Sträuchern und Büschen bedeckt. Aber es fehlen die wichtigen Waldbäume, welche in der Lage sind eine Humusschicht zu bilden und so das Wasser in der Regenzeit zu speichern. Dieser Berg ist stark erodiert und jährlich während der Regenzeit zerstören Schlammlawinen die am Fusse des Berges gelegenen Felder. Der Zugang zum Aufforstungsgebiet ist nur zu Fuss möglich und auch hier wurden die Pflanzen durch Menschen über hunderte von Meter Höhendifferenz ins Aufforstungsgebiet getragen.

Und das ohne Fusswege, ja immer wieder müssen die vorbereiteten Stein-Mauern überwunden werden. Die Arbeit am Berg ist nicht nur sehr anstrengend, sonder auch gefährlich.

Hier einige Eindrücke :

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Tausende solcher „micro bassin“ schützen die Und immer wieder diese Stein-Terrassen, welche Und grosse Wasserlöcher um das Wasser Pflanzen, welche in der Mitte gepflanzt werden Schlammlawinen verhindern sollen während der Regenzeit auffangen

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Erneut ein Tag, der mich körperlich gefordert und ermüdet hat, der mich aber einmal mehr auch bekräftigt, unsere Unterstützung fortzusetzen und diesen Menschen weiter zu helfen. ihre Zukunft zu gestalten.

Laileaymaichow Woreda, Region Tigray, 1000 km nördlich von Addis Abeba, 20 km süd-westlich Axum Pflanzung 2012 : 90’000 Setzlinge Mit diesem Bezirk haben wir einen neuen Vertrag und es war die erste Aufforstung für uns. Ich habe die Baumschule schon zwei Mal besucht und das Heranwachsen der Pflanzen gesehen. Heute Samstag, 14.07.2012 hatte ich die Gelegenheit, an einem Aufforstungstag mit rund 300 Bäuerinnen, Bauern und Jugendlichen teilzunehmen, welche rund 15‘000 Setzlinge pflanzten. Die Setzlinge waren bereits in einem Depot bereitgestellt und ich begleitete die Menschen beim Transport und beim Pflanzen. Um ins Aufforstungsgebiet zu gelangen war ein Fussmarsch / Bergsteigen von 2 h erforderlich. Dass ich dabei immer wieder von Trägern überholt wurde, liess mich etwas alt aussehen. Es ist einfach einmal mehr kaum zu glauben, welche Leistungen diese Menschen erbringen.

Da der Tag bewölkt war, sind die Fotos entsprechend ungenügend belichtet.

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Am Ende meiner Reise kann ich meine Empfindungen nur wie folgt ausdrücken:

• Es ist unglaublich, was diese Menschen leisten um ihre Lebenssituation zu verbessern. Ich bewundere dies zutiefst und bin voller Respekt und Hoffnung, dass deren Wünsche sich erfüllen mögen.

• Alle diese Arbeiten wären nicht möglich, ohne die überaus wertvolle Unterstützung die wir von Menschen guter Herzen, von verschiedenen Institutionen und Organisationen erhalten dürfen. Ich kann nur einmal mehr all denen, die uns mit Spenden und Beiträgen helfen von Herzen DANKEN.

Äthiopien, 15. Juli 2012 Kurt Pfister

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